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Ab November werden die Termine für 2027 aufgelegt
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Im „Exil“ auf der Insel Elba und bezauberndes Umbrien
Reise vom 19.04.-29.04.2026
19.04.2026 Anreise nach Florenz
Endlich ist es so weit, ein neues Explorerabenteuer mit Hermann beginnt. Ich habe mich schon seit Wochen darauf gefreut. Vor Aufregung bin ich schon gg. 4 Uhr aufgewacht und checke gleich einmal die Bahnapp. Alles sieht gut aus. Aufgrund der frühen Zeit habe ich mir ein Taxi gebucht, denn ich habe keine Lust auf die dunklen Gestalten der Nacht. Zunächst läuft alles nach Plan.
Der Zug fährt pünktlich ab, ich habe mich bequem eingerichtet und höre entspannt Musik, während die Landschaft an mir vorbeizieht. Auf Höhe von Halle gebe ich eine Zwischeninfo an Hermann, dass alles nach Plan läuft. Kurz darauf kommt die Info, dass der Zug mit mind. 70 min Verspätung in München ankommen wird, da eine Baustelle nicht rechtzeitig fertig geworden sei. Als ob die das erst jetzt wussten. Ich bin sauer und kurz entnervt, da ich so natürlich meinen Anschluss in München verpasse. Ich hatte „nur“ 45 Minuten Umsteigezeit eingeplant, ich hätte es an sich besser wissen müssen. Mittlerweile muss man bei der DB im Schwellenland Deutschland einfach mehr Zeit einplanen. Ich whatsappe mit Hermann, der beschließt, die gebuchte Verbindung zu fahren, da das Ticket nicht umbuchbar ist. Im Anschluss buche ich meine Verbindung auch um. Ich bleibe mit Hermann fortlaufend in Kontakt. In München überbrücke ich die Wartezeit in der Lounge. Danach geht’s mit dem Railjet weiter nach Bologna. Zum Glück kenne ich den Bahnhof dort bereits, jedenfalls dachte ich das. Ich komme kurzfristig ins Schwitzen, da ich die Gleise für die Hochgeschwindigkeitszüge (AV) nicht gleich finde. Die Ausschilderung führt mich aus dem Bahnhof raus, danach in die Tiefgarage. Am Ende stellt sich heraus, dass es bei Gleis 11 den einzigen Zugang gibt, eine Treppe, die über mehrere Ebenen der Tiefgarage ins 4. Untergeschoss führt, wo es 4 Schnellzuggleise gibt. Dann ist es nur noch eine ¾ h bis Florenz, wo ich am Ende mit 1 ½ h Verspätung ankomme.
Noch ein kurzes Stück mit der Tram zum Hotel und dann kann ich endlich Hermann in die Arme schließen, der an der Haltestelle auf mich wartet. Es ist viel zu lange her, dass wir uns gesehen haben. Bei Hermann hat zum Glück alles geklappt, auch ohne mich. Der Freischwimmer im Bahnfahren ist bestanden 😉. Schade war es trotzdem, dass wir nicht zusammenfahren konnten. Die Wiedersehensfreude ist groß und bei einem Wein in einer Bar in der Nähe der Tramhaltestelle lassen wir den Tag entspannt ausklingen. Aufgrund der Wetterprognose fürs Festland (durchwachsen mit Regen), beschließen wir am nächsten Tag zunächst auf die Insel Elba zu fahren. Um die Details wollen wir uns morgen auf der Fahrt kümmern. Unser Hotel in Florenz in der Nähe der Uni abseits vom Stadtzentrum (Hilton Garden Inn) ist sehr komfortabel und ich schlafe wie ein Baby.
20.04.2026 Auf ins freiwillige Exil nach Elba
Am nächsten Morgen sind wir auf Hermanns Wunsch schon um 7 Uhr zum Frühstück verabredet. Mir hätte 8 Uhr auch gereicht, da die Abholung des Mietautos erst für 9 Uhr vorgesehen war. Aber gemeinsam frühstücken ist einfach netter und für Hermann ist ein gutes, reichhaltiges Frühstück sehr wichtig. Das Buffet bietet etwas für jeden Geschmack und meine Befürchtungen im Hinblick auf spärliche italienische Keks- und Croissant Frühstücke bleiben erst einmal ungerechtfertigt. Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt haben, machen wir uns ohne unser Gepäck auf zur Autovermietung in der Nähe des Flughafens. Eine kurze Tramfahrt und einen Fußmarsch später durch ein nicht besonders attraktives Viertel kommen wir bei der Autovermietung an, wo alles reibungslos klappt. Wir bekommen einen brandneuen Hybrid. Ich bewundere immer wie Hermann sich problemlos in neue Autos einfindet und gleich losfahren kann (wahrscheinlich jahrelange Übung), ich bräuchte dafür wahrscheinlich erstmal ne Weile.
Durch recht starken Verkehr fahren wir zum Hotel zurück und sammeln unser Gepäck ein. Bald darauf geht’s los Richtung San Gimignano, einem hübschen mittelalterlichen Städtchen. Auf der Fahrt bringen wir uns auf den aktuellen Stand. Hermann ist gerade leider nicht so gut aufgestellt (Auto kaputt, PC kaputt, Probleme mit den Augen, schlechte Buchungslage bei ASI, Herausforderungen in der Familie). Ich werde versuchen, ihn während der Reise psychisch etwas zu stärken, bevor er in die nächste anstrengende Saison startet. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, wenn nicht nur ein Problem zu bewältigen ist, sondern sich diese häufen. Ablenkung durch schöne Erlebnisse, gutes Essen und Freunde helfen da auf jeden Fall etwas aus meiner Erfahrung…
In San Gimignano angekommen, steuern wir in der Innenstadt erstmal ein Café für einen Espresso an. Der gehört bei Hermann einfach dazu. Danach schlendern wir durch die Gassen, genießen die Ausblicke und besteigen den Turm, von dem aus wir den Ort von oben sehen und in die toskanische Umgebung schauen können. Es ist ganz schön warm, so dass wir am Ende der Besichtigungsrunde noch einen Radler in einer Bar zischen. Für‘s Mittagessen ist es noch etwas zu früh, so dass wir beschließen, nach Siena weiterzufahren und dort zu Mittag zu essen.
Am Rand der Stadt an der Stadtmauer finden wir einen Parkplatz und spazieren von dort ins Zentrum. Bald gelangen wir zur Piazza del Campo, auf dem jährlich ein krasses Pferderennen (Palio di Siena) stattfindet, bei dem sich der Platz in eine Pferderennbahn verwandelt. Mir sagte das Ganze natürlich wieder nix (Ostkind und dann noch aus dem Tal der Ahnungslosen (=ohne Westfernsehen und -infos) halt😉), aber jetzt bin ich auf Stand, auch dank YouTube Video. Auf der Suche nach einem Mittagslokal lacht uns bald ein lauschiger Innenhof an, der zur Musikakademie gehört. Dort essen wir lecker bei ruhiger Musik. Danach spazieren wir noch zum berühmten Dom, schauen diesen aber nur von außen an. Auf dem Rückweg zum Auto nehmen wir noch einen Espresso im Café der Rockikone Gianna Nannini, das ganz nach meinem Geschmack ist, traditionell und nicht so ein moderner Laden. Zurück am Auto stellen wir fest, dass dieses noch läuft, finden aber keine logische Erklärung dafür. Das „Wunder der Technik“ solle uns über die nächsten Tage noch einige Rätsel aufgeben und für viel Verwunderung und Gelächter sorgen.
Gestärkt starten wir nun Richtung Piombino, wo wir mit der Fähre auf die Insel Elba übersetzen wollen. Während der Fahrt führen wir tiefgründige Gespräche. Irgendwann fällt mir ein, dass wir vielleicht einmal langsam die Fährtickets buchen sollten. Die Fähren fahren über den ganzen Tag verteilt regelmäßig bis ca. 21 Uhr. Ich muss mich mehrfach durch die Buchungsplattform klicken, die sich immer wieder aufhängt, und anhand des Handbuchs auch die Autodaten erfassten. Als ich endlich fertig war, erreichen wir auch schon den Hafen. Die Fähre soll in etwas über einer halben Stunde losfahren und wir sollen 30 Minuten vorher da sein. Ich habe zwischenzeitlich zwar eine Bestellbestätigung bekommen, aber noch nicht die Tickets. So fahren wir an den Schalter der Blue Navy, um uns zu erkundigen. Dort führt die Schalterdame völlig unbeeindruckt von unserer Anwesenheit private Gespräche. Gerade, als ich intervenieren will, kommen die Onlinetickets an. Also schnell auf zur Mole, wo gerade mit beeindruckender Geschwindigkeit das Verladen beginnt. Nachdem wir das Auto geparkt haben, suchen wir uns auf dem Deck ein Plätzchen.
Bald nach Abfahrt wird uns aber schnell kühl, so dass wir nach innen umziehen. Wir buchen Last-Minute ein Hotel etwas außerhalb der Inselhauptstadt Portoferraio. Das funktioniert nicht so einfach wie gedacht, denn es ist so ziemlich ausgebucht und die Ferienwohnungen bieten keinen Check-in nach 20 Uhr an. Kurz vor Sonnenuntergang fahren wir dann in das malerisch gelegene Portoferraio ein. Unser Hotel (Ressort Le Picciaie) liegt etwas abseits am Berg, dafür aber mit Meerblick. Hier ist die Zeit gefühlt in den 70-igern stehengeblieben. Ein sehr freundlicher Mann, den ich gut verstehe, da er sehr langsam italienisch spricht, checkt uns ein und führt uns zu unseren Zimmern mit Meerblick, die den Flair der Vergangenheit versprühen, aber völlig in Ordnung sind. Da es schon spät ist, halten wir uns nicht lange auf und fahren bald darauf ins Stadtzentrum von Portoferraio auf Suche nach einem Abendessen. Wir parken in der Nähe des Hafens und machen uns auf die Suche. Es ist ziemlich ausgestorben, aber wir finden dann in einer Seitengasse doch noch ein offenes Restaurant (Da Gianni). Dort teilen wir uns bei einem Glas Rotwein einen warmen Fischsalat bestehend aus Muscheln und Tintenfischstückchen und ein Tagliata di Manzo (Rindersteak). Die Atmosphäre und das Essen sind gut, mehr aber auch nicht.
Später finden wir heraus, dass wir gar nicht im Stadtzentrum gelandet waren, sondern im Hafenviertel, das wenig Charme versprühte. Wir beschließen auch deshalb, noch eine Nacht zu bleiben und am nächsten Tag das Stadtzentrum zu besuchen. Nach einem ereignisreichen Tag falle ich nach Rückkehr direkt ins Bett. Der anvisierte Absacker in der Bar fällt aus, weil diese schon geschlossen ist.
21.04.2026 Erkundung des Ostteils der Insel
Am nächsten Morgen, als ich Hermann zum Frühstück treffe, ist er ganz aufgeregt. Er hat im Hotel in Florenz seine Waschtasche vergessen, ich vermisse meine Fleecejacke und Daunenweste. Naja, nichts, was man nicht ersetzen kann. Wir verfassen eine Mail und bekommen später die Antwort, dass bei Rückkehr alles auf uns wartet.
Heute wollen wir den Ostteil der relativ kleinen Insel erkunden. Gestern bei der Einfahrt in den Hafen hatten wir die Festung Volterraio, die hoch oben auf einem steilen Berg thront, schon gesehen. Heute wollen wir sie aus der Nähe in Augenschein nehmen. Nachdem wir zu meiner Überraschung erneut gut gefrühstückt haben und um eine Nacht verlängert, geht es los. Zunächst nehmen wir in der „Bar la Curva“ den obligatorischen Espresso ein, eine Bar ganz in Hermann’s Sinne (ein Habitat, hauptsächlich mit Arbeitern und Opas). Ein Müllwagen parkt passend zum Namen der Bar direkt in der Kurve und der Fahrer fährt nach einem Café Corretto (mit Schnaps) gestärkt weiter. Ein rustikales Lokal, wo man sicher auch gut zu Mittag essen kann. Wir parken ganz in der Nähe. Hermann hat einen neuen Aha-Effekt mit dem Mietauto. Er hat herausgefunden, wie der Kofferraum schließt, nämlich indem man den Knopf drückt und sich dann vom Auto entfernt 😉.
Lachend wandern wir los und erreichen nach kurzem, steilem Aufstieg die Festungsruine mit tollem Blick über Portoferraio. Leider können wir „das Innenleben“ nicht besichtigen. Das Tor ist verschlossen und die Festung nur nach Voranmeldung zu besichtigen. Wir genießen noch ein wenig den Ausblick, bevor wir wieder den Abstieg antreten. Hermann sucht nach einem alternativen Abstieg. Komoot zeige keine anderen Wege an, aber Hermann will nicht so schnell aufgeben. Nach einer Weile sieht er aber ein, dass wir über die Felswand wohl nicht hinabsteigen können. Ich bin heilfroh, dass mir ein Hermannscher Spezialabstieg erspart bleibt 😉. Wir kehren zunächst nicht zum Auto zurück, sondern wandern weiter Richtung Cima del Monte, von wo aus wir den Osten der Insel überblicken können sollen. Nach erneut sehr steilem Aufstieg durch wilde Macchia treffen wir auf den GTE, einen Fernwanderweg, der Elba von Ost nach West durchquert, und damit auch auf die ersten Wanderer und Wandergruppen. In der Tat ist der Ausblick vom Cima del Monte sehr schön und wir genießen ihn eine Weile. Danach steigen wir auf anderem Weg wieder zum Auto ab und haben damit eine schöne und abwechslungsreiche Runde gemacht.
Danach planen wir eine Landschaftsfahrt bis ans östliche Ende der Insel bei Cavo über Rio nell’Elba zu unternehmen. Rio nell’Elba ist ein Bergdorf, das sehr malerisch liegt. Kurz vorm Ortseingang kommen wir in eine Polizeikontrolle, die nach einem gelben Schein für den Mietwagen fragt, den wir aber nicht dabeihaben. Ich habe die Mietpapiere dummerweise auf meinem Zimmer liegenlassen. Irgendwie sehen die Polizisten ein, dass wir keine Diebe oder sonstige Bedrohung sind und lassen uns weiterfahren. Wir beschließen in Rio nell‘Elba zu Mittag zu essen, da sich die italienische Mittagszeit (12-14 Uhr) schon langsam dem Ende neigt. Wir parken am Ortsrand und suchen uns im sehr übersichtlichen Dorfzentrum ein Lokal. Das touristisch aussehende Restaurant am Hauptplatz lassen wir links liegen. Gleich darauf treffen wir auf ein familiengeführtes Restaurant (Ristorante Il Rifugio ) mit altem Wirtspaar, das uns sehr nett und herzlich empfängt. Da es im Schatten etwas kühl ist, stellen sie uns extra einen Tisch in die Sonne, wo wir uns das Mittagsmenü bestellen (Pasta, Naturschnitzel in Wein- und Zitronensauce, Kartoffeln, Gemüse, Wasser, Weißwein). Alles schmeckt sehr lecker und nach einem Espresso an der Bar zum Abschluss fahren wir weiter ans östliche Ende von Elba nach Cavo, das malerisch in einer Bucht liegt. Die geplante kurze Spazierrunde am Capo Vita lassen wir mangels Aussicht (nur Wald) ausfallen und gehen nur kurz die Bucht entlang. Danach fahren wir über kleine Sträßchen auf alternativem, teilweise abenteuerlichem Weg, zurück zum Hotel.
Am frühen Abend fahren wir heute ins eigentliche Zentrum von Portoferraio. Wir parken mitten im Ort und unternehmen einen Spaziergang, zunächst zur ehemaligen Residenz von Napoleon, dann vorbei am Fort zum Jachthafen. Wir flanieren die Promenade entlang und lassen uns am Ende dieser in der Bäckerei/ Gelateria Zero Gradi am Hafen einen Weißwein mit Mini-Foccacia und Gemüse schmecken. Wir haben keinen Hunger, so dass wir das Abendessen ausfallen und den Tag bei einem Rotwein in der Hotelbar ausklingen lassen. Nebenbei buchen wir unsere nächste Unterkunft in Marina de Campo (Hotel La Barcarola), das unweit des Monte Capanne liegt, dem höchsten Berg der Insel, den wir je nach Wetterlage morgen oder übermorgen erklimmen wollen. Ein weiterer schöner Tag geht zu Ende.
22.04.2026 Erkundung des Südteils der Insel
Am nächsten Morgen ist es bedeckt, kühl und windig, so dass wir beschließen, den Monte Capanne erst am nächsten Tag bei vorhergesagtem besserem Wetter zu besteigen. Auf dem Festland ist wie vorhergesagt Schlechtwetter. Nach dem Frühstück checken wir aus, beladen das Auto und fahren zunächst nach Capoliveri, dass aufgrund seiner idyllischen Hanglange und der historischen Altstadt zur Besichtigung empfohlen wird. Wir parken am Ortsrand und spazieren durch den noch fast menschenleeren Ort mit vielen touristischen Geschäften, Bars und Restaurants. Die meisten sind noch geschlossen.
Unser erstes Ziel ist die unterhalb am Meer gelegene Bucht von Capolivieri mit dem sog. „Strand der Verliebten“, wo der Sage nach Maria im Meer ertrank, als sie dem Piratenschiff mit ihrem geliebten Lorenzo hinterherschwamm. Der Abstieg ist ganz nett auf teils schmalen Wegen durch dichten Bewuchs. Der Strand an sich ist nix Besonderes, ein Steinstrand mit Bar, die wohl nur im Sommer öffnet. So steigen wir bald wieder hinauf in den Ort, wo wir nach kurzer Besichtigung der Kirche einen kleinen Snack im Geschäft „L’Pollaio de’Sapori Toscani“ einnehmen, da uns die Wurst-Käse-Auslage aus eigener Herstellung „anspringt“. Wir bestellen uns einen Degustionsteller mit Käse und Salami (Wildschwein und Trüffel), dazu einen leckeren lokalen Rotwein. Es ist etwas frisch draußen auf der Terrasse und wir ziehen uns Jacken über. Was für ein Gaumenschmaus. Wir genießen es sehr und bleiben eine ganze Weile sitzen. Noch einen Espresso und dann wollen wir nach Marina de Campo weiterfahren. Da Hermann sein Erste-Hilfe-Set zu Haus vergessen hat und ich auch keins dabeihabe, wollen wir in der Apotheke nach einem fragen. Da man davor nicht parken kann, schickt Hermann mich allein hinein. Mit Hilfe von Google Translate, Händen und Füßen schaffe ich es, ein Set zu erstehen. Als ich wieder aus der Apotheke herauskomme, ist Hermann weit und breit nicht zu sehen. Meine Jacke und mein Handy habe ich schlauerweise im Auto liegenlassen. Ich gehe ein Stück zurück Richtung Parkplatz in der Hoffnung, dass Hermann mangels Parkplatzes nur eine Runde dreht. Nach mehr als 10 Minuten werde ich dann aber doch etwas nervös, obwohl ich weiß, dass Hermann mich nicht einfach „aussetzen“ würde. Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit taucht er wieder auf. Ich bin mittlerweile etwas durchgefroren und muss mich im Auto erstmal wieder aufwärmen.
Wir fahren an vielen Campingplätzen vorbei weiter nach Marina de Campo, wo wir für eine Nacht bleiben. Wir checken im Hotel ein und brechen gleich wieder auf, um noch eine Runde zum Leuchtturm „Faro di Monte Poro“ und zum Strand (Spiaggia di Galenzana) zu drehen. Die Runde ist ausgeschildert und wir gelangen ohne Probleme zum Leuchtturm. Unterwegs bestimmen wir Pflanzen und Bäume und unterhalten uns nett. Am Leuchtturm finden wir dann überall Bauzäune und Sperrschilder vor. Wir beschließen, diese zu ignorieren und trotzdem zum Strand abzusteigen. Unten angekommen gelingt es uns aber leider nicht, eine nur kurze Strecke auf einer Mauer am Wasser entlang zu überwinden, da überall Stacheldraht ist und unklar ist, wie tief das Wasser ist und ob man dieses barfuß, ohne sich die Füße aufzuschneiden oder umzuknicken durchwaten kann. Hermann möchte nichts riskieren, da seine Hauptsaison erst bevorsteht. So kehren wir etwas widerwillig um. Ich stoße mir dann auf dem Rückweg an der Mauer noch etwas heftiger mein Schienbein, die Spuren davon sehe ich noch heute 😉. Von der alten Kaimauer aus schauen wir noch einmal mit dem Fernglas, ob es nicht doch einen Weg gibt. Wir sehen auf der anderen Seite einen Mann, der den Weg wohl auch gehen möchte, nur andersherum, der dann aber kurz vorm Strand abdrehe. So entscheiden wir, auch aufzugeben und über denselben Weg den geordneten Rückzug anzutreten. Besagter Mann, den wir mit dem Fernglas gesehen haben, kommt uns später entgegen und wir sagen ihm, dass kein Durchkommen ist.
Kurz vorm Ende stoßen wir auf eine Gruppe Deutscher, die schon viele Jahre nach Elba kommen und den Weg bisher jedes Jahr gegangen sind. Sie erzählen uns, dass das Gelände am Strand wohl einen neuen Eigentümer hat, der alles tut, um den Zugang zum Strand bzw. den Rundweg um die Halbinsel zu verwehren. Der Mann selbst war durchs Wasser gewatet, die Frauen sind auch auf demselben Weg zurück. Sie berichten uns, dass immer mehr Grundstückseigentümer versuchen, das Wegerecht zu beschränken. Nichtsdestotrotz war es eine nette Runde.
Zurück im Ort suchen wir nach einem kleinen Imbiss, finden aber nichts. In einer Bar unweit vom Hotel trinken wir ein Bierchen und essen ein paar Chips. Das muss bis zum Abendessen reichen. Nach einer Dusche und Pause, spazieren wir am Abend durch den Ort und schauen uns nach einem Restaurant um. Schließlich entscheiden wir uns für das Ristorante Il Cantuccio, das wir auf dem Hinweg schon ins Auge gefasst hatten. Ich habe mächtig Hunger und bestelle mir Tagliatelle mit Gorgonzola und Thunfischtarar, Hermann ein Steak in Rotweinsauce. Dazu teilen wir uns einen Salat und eine Flasche roten Hauswein. Alles ist sehr lecker und das Restaurant sehr nett. Downside: deutsche Touris und Franzosen um uns herum😉. Danach trinken wir in der unweit gelegenen Bar Il Veliero noch ein Weinchen und buchen ein Hotel in Castiglione della Pescaia, das die KI als Zwischenstopp auf dem Weg nach Umbrien empfiehlt. Da es in der Bar nicht so gemütlich ist, beenden wir den Tag bald darauf im Hotel. Morgen wartet der Monte Capanne auf uns.
23.04.2026 Auf den Monte Capanne
Der letzte Tag auf der Insel ist angebrochen. Ich habe nicht besonders gut geschlafen, da abends noch lange Lärm auf dem Platz vorm Hotel war und mitten in der Nacht der Müll abgeholt wurde. So bin ich beim Frühstück, das mich wiederrum positiv überrascht, etwas müde. Eine ältere Dame hat für uns liebevoll eine Käse-Wurst-Platte mit gekochtem Ei und einen Brotkorb angerichtet. Den Rest kann man sich am Buffet nehmen, der Cappu bzw. Tee wird uns auch serviert. Wir sind die ersten Frühstücksgäste und wurden liebevoll umsorgt.
Heute geht’s auf den Monte Capanne, mit 1.019m der höchste Berg Elbas. Nach der Tour wollen wir wieder aufs Festland übersetzen, wo sich das Wetter mittlerweile gebessert hat. Hermann träumt beim Frühstück von einer Runde über den Klettersteig (lt. Komoot K3-K4), ich bekomme davon eher Albträume, bleibe aber ruhig, mal schauen, wie die Lage vor Ort ist und ich kann ja immer noch in den Streik gehen 😉. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren über die Nordküste (Procchio und Marciana Marina) zur Talstation der Seilbahn (Cabinova de Monte Capanne).
Den obligatorischen Espresso-Stopp legen wir in der Bar La Baia in Procchio ein. Dort wetten wir um 2 Espressi, ob die Gondelbahn fährt oder nicht. Ich stimme dafür, Hermann dagegen. Am Parkplatz angekommen ist klar, dass ich die Wette verloren habe. Die Gondeln werden gerade erst ein gehangen und wahrscheinlich erst zum bevorstehenden Feiertag in Betrieb gehen. Das Gute daran ist, dass so der von Hermann anvisierte Weg über den Klettersteig mit Abstieg zu lang wäre. Ich bin erleichtert 😉. Nun geht’s aber los, ab Richtung Gipfel. Wir schlagen gleich am Anfang wieder eine Abkürzung ein, die über Baumstämme und durchs Unterholz führt und nicht so leicht zu finden ist. Als wir uns durchgekämpft haben und auf den Hauptweg treffen, geht es auf steinigem, steilem Felsweg stetig bergan. Als wir nach einer Weile den GTE kreuzen, pausieren wir kurz und schauen auf die nördliche Küste. Danach geht es steil über Steinplatten in den finalen Schlussaufstieg, der an der Bergstation der Cabinova endet. Noch ein kurzer Aufstieg zum Gipfel, der von Sendemasten übersäht ist. Zur Pause steigen wir etwas ab, da uns oben der Wind ordentlich um die Nase weht. Wir genießen die Aussicht und steigen bald darauf über den Aufstiegsweg ab, aber nicht ohne ein kurzes Fotoshooting unterhalb des Gipfels. Der Klettersteig sieht von Weitem übel aus und ist nix für mein Nervenkostüm. Ich bin heilfroh, dass ich darum herumkomme. Der Abstieg auf den steilen Wegen geht besser als gedacht und nach rd. 4 Stunden sind wir wieder am Parkplatz. Wir haben unterwegs nur wenige Wanderer getroffen, was ganz in meinem Sinne war. Eine Mittagseinkehr in Marciana Marina verwerfen wir mit Blick auf die hohen Preise. Wir gehören hier wohl nicht zur Zielgruppe.
Stattdessen wollen wir uns unterwegs nach einem Habitat umschauen. Leichter gesagt als getan, weit und breit kein Habitat in Sicht. Als wir dann kurz vorm Aufgeben ein Lokal mit dem Namen Timo sahen, sehe ich das als Wink und wir kehren dort ein. Es ist wie am Meer üblich ein Fischrestaurant und das Menü besteht aus allem, was im Meer kreucht und fleucht. Während wir auf das Essen warten, buchen wir die Fähre um 16.30 Uhr. Das Essen war in Ordnung, aber nix Besonderes, aber dafür mit Meerblick!
Als wir später gg. 15 Uhr am Hafen ankommen, können wir eine Fähre früher nehmen. Die Fährgesellschaften gehören hier scheinbar alle zusammen. Wir suchen uns nach dem Verladen ein Plätzchen im Innendeck. Hermann möchte ein neues Laptop kaufen und ein bisschen recherchieren. Er möchte es bei seinem kurzen Aufenthalt in Inzing nach der Reise aufsetzen. Gleich neben unserem Platz ist das Bällebad. Wenn Hermann gesagt hätte, dass ich mich nicht traue reinzuspringen, hätte ich es getan. Aber er kennt mich zu gut und fordert mich lieber nicht heraus. Während Hermann Laptops recherchiert, gehe ich aufs Oberdeck, um die Ausfahrt aus Portoferraio anzuschauen und auf die Insel zurückzublicken. Bald wird es mir aber zu kühl und ich kehre aufs Unterdeck zurück. Die Fährfahrt dauert nur rund eine Stunde.
Wir treffen am späten Nachmittag wieder auf dem Festland ein und erreichen nach weniger als einer Stunde Fahrt das Örtchen Castiglione della Pescaia, wo wir uns im Hotel L’Approdo eingebucht haben. Dieses liegt am Fluss Bruna fast am Meer. Nach dem Check-in sind wir eine Weile mit dem Parken unseres Autos beschäftigt, da die Dame an der Rezeption vergessen hat, uns die Parkkarte für den am anderen Flussufer befindlichen Hotelparkplatz mitzugeben. Danach duschen ich und chille auf dem Bett. Hermann bestellt sich derweil einen neuen Laptop.
Später am Abend flanieren wir noch ein wenig zum Strand und durch den Ort, der sehr schön unterhalb einer Burg am Meer liegt. Das Abendlicht ist sehr stimmungsvoll. Nachdem wir das Ortszentrum einmal abgelaufen sind, gehen wir auf meinen Wunsch ins Ristorante Il Granaio, das in einem Kellergewölbe liegt. An sich sind diese „dunklen Löcher“ nicht so Hermanns Fall, aber wahrscheinlich stimmt er mir zuliebe zu. Man sitzt dort je nachdem gemütlich zwischen Weinregalen oder Fleischkühlschränken 😉. Wir erwischen eine nette Ecke zwischen Weinregalen. Wir essen dort wirklich megalecker einen nicht alltäglichen Salat mit Fenchel und Orangen und Wolfsbarsch mit Kartoffeln und Gemüse. Dazu gibt’s einen leckeren Hauswein. Das Lokal war eine gute Wahl und wir machen uns im Anschluss gutgelaunt auf den Rückweg ins Hotel mit einem Stopover in einer Bar unweit des Hotels, wo es noch ein Absackerweinchen gibt. Jetzt bin ich leicht angeschickert, aber bester Laune. Ich freue mich schon auf die kommenden Tage und die Entdeckung Umbriens.
24.04.2026 Orvieto und die Cascata delle Marmore und die „Prinzessin“ von Todi
Am nächsten Morgen gehen wir wie immer zeitig zum Frühstück, wo es schon erstaunlich busy ist für die frühe Stunde, wahrscheinlich eine Busreisegruppe, die auch früh aufbricht. Das Frühstück findet in der 4. Etage statt und bietet schöne Panoramaausblicke. Unser heutiges Tagesziel ist die mittelalterliche Stadt Todi auf einem Hügel gelegen, wo ich uns für zwei Nächte in eine Ferienwohnung eingebucht habe. Wir sind gespannt. Heute planen wir eine Landschaftsfahrt mit Sightseeing-Unterbrechungen in Orvieto und am Wasserfall „Cascata delle Marmore“.
Zunächst bauen wir aber auf meinen Wunsch einen kleinen Umweg zum Regionalpark Maremma ein, um zu schauen, ob wir dort noch Flamingos aufspüren können. Leider sehen wir nicht viel, schade. So geht’s gleich weiter Richtung Orvieto. Unterwegs tanken wir und verbinden den Stopp natürlich gleich mit einem Espresso. Wir parken in der Nähe der Standseilbahn, weil ich unbedingt mit dieser hoch ins Zentrum fahren möchte. Wie Hermann richtig feststellt, kann man natürlich auch oben am Rand des Stadtzentrums parken, aber das kann ja jeder und ich habe nun einmal eine Vorliebe für Bahnen aller Art. Da muss er durch.
Oben angekommen flanieren wir durch die Gassen der Altstadt Richtung Dom, den ich mir gern anschauen möchte. Der Dom ist vom Stil her ähnlich wie der in Siena und wahrscheinlich viele in der Region. Wir haben Glück, denn es findet gerade ein kleines Orgelkonzert statt. Während wir den Dom besichtigen, lauschen wir den Klängen und Erklärungen des Kantors. Ich liebe Orgelmusik und bin begeistert. Hermann hat es nicht so mit Kirchen, aber ich mag sie ganz gern. Wenn nicht gerade Orgelmusik gespielt wird, schätze ich sie als Orte der Ruhe und um Kerzen für Freunde und Familie anzuzünden, verbunden mit guten Wünschen. Leider sind sie heutzutage oft verschlossen oder kosten Eintritt. Danach schauen wir uns nach einem Mittagslokal um und kehren schließlich im Restaurant L’Angolo Divino ein. Das spricht uns irgendwie an. Wir sind die einzigen Gäste, was ja oft etwas verdächtig ist, aber die Bewertungen bei Google Maps sind gut. Wir setzen uns nach drinnen und genießen das klassische, wenn auch etwas ungewöhnliche Interieur. Wir entscheiden uns für das Tagesmenü, das mit gemischten Bruschette beginnt. Bei dem grünen Aufstrich rätseln wir etwas, Hermann denkt, dass es Avocado ist, ich tippe auf Bärlauch, am Ende ist es Erbsenpesto. So viel dazu. Als Hauptgang gibt es Parpardelle mit Wildschweinragout für Hermann und Umbricelli (dicke umbrische Spaghetti) mit Steinpilzen für mich, alle sehr lecker. Dazu gibt es ½ l Weisswein, den ich zum Großteil trinken „muss“, da Hermann noch fahren muss. Wir lachen viel über alles Mögliche und ziehen nach einem Espresso zum Abschluss satt und zufrieden weiter.
Etwas später als geplant, fahren wir weiter Richtung Cascata delle Marmore, die wir nach einer weiteren Stunde erreichen. Dabei handelt es sich um einen künstlichen Wasserfall, dessen Geschichte bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht, als die Römer einen Kanal gruben, um Wasser aus einem Sumpfgebiet abzuleiten. Heute dient er der Wasserregulierung, Stromversorgung und der Bespaßung der Touristen. Die Schleusen werden je nach Jahreszeit zwei- bis dreimal täglich für eine gewisse Zeit geöffnet. Heute ist eines der Zeitfenster von 15-17 Uhr. Wir sind etwas spät dran und treffen erst kurz vor 16 Uhr ein. Auf dem Weg zum Parkplatz können wir das künstliche Naturwunder schon einmal bestaunen. Mit rd. 165 m ist er einer der höchsten künstlichen Wasserfälle der Welt und einer der höchsten Italiens. Das Tosen, Rauschen und die Gischt sind beeindruckend. Selbst Hermann, der nichts Besonderes erwartet hat, ist begeistert. Schnell kaufen wir Eintrittskarten und eilen zum Wasserfall. Es bleibt uns weniger als 1 Stunde, um das Schauspiel zu bewundern. Schnellen Schrittes schlagen wir zunächst den längsten Pfad Nr. 1 ein, der zum höchsten Aussichtspunkt führt. Der Weg zieht ganz schön hoch (ca. 150 HM) und ich bin oben ganz schön aus der Puste ob des hohen Aufstiegstempos. Nach einer Fotosession oben bleiben nur noch rd. 20 min Zeit, bis der Wasserfall „abgeschaltet“ wird. Da ich die anderen Aussichtspunkte auch noch bewundern möchte, eile ich im Sauseschritt bergab. Hermann kommt ganz in Ruhe hinterher und lässt mich rennen. Das will er sich nicht antun. Ich komme noch rechtzeitig unten an und bin glücklich, die Gischt hautnah zu spüren. Was für ein Spektakel. Ich bin mindestens so happy wie die ganzen Kids, die hier herumspringen. Falls ich nochmal hierherkomme, werde ich sicherstellen, dass ich das komplette Zeitfenster ausnutzen kann. Nach diversen Fotos machen wir uns dann bald auf den Weg nach Todi, das wir nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen.
Die Vermieterin hat uns genaue Anweisungen geschickt, wie wir die Ferienwohnung anfahren sollen. Das Ortszentrum ist verkehrsberuhigt und man kann nur nach vorheriger Anmeldung hineinfahren. Ich hatte unser Kennzeichnen durchgegeben und es kurz vor Erreichen des Orts dann auch geschafft, den richtigen Zugang zu finden. Das war etwas tricky, da Google Maps die ganze Zeit auf eine andere Route besteht. So muss ich mit der Karte ohne Navi zurechtkommen. Die Vermieterin will in der Straße vor dem Haus auf uns warten, was auch super klappte. Hermann hat uns bravourös durch die engen Gassen manövriert. Die Ferienwohnung befindet sich in einem alten Wachturm und ist echt super mit einem riesigen Schlafzimmer (von Hermann Prinzessinenzimmer genannt) und einem weiteren (Kinder)Zimmer. Sie bietet einen schönen Blick auf die Umgebung und ist sehr geräumig und gemütlich. Ich beziehe das Prinzessinenzimmer (Hermann hat insistiert 😉), Hermann das (Kinder)Zimmer. Nach einer kurzen Pause mit Dusche machen wir uns auf Erkundungstour.
Wir sind beeindruckt vom mittelalterlichen Zentrum, das sehr schön und stimmungsvoll ist. Es wird schon bald dunkel und wir landen schließlich in der Enoteca Oberdan neben dem Belvedere. Dort verbringen wir einen schönen Abend bei netten Gesprächen, gutem lokalen Wein aus Montefalco, Wildschweinpastete mit Toast und Penne mit Tomaten und Salsiccia sowie Spezzatino (Eintopf) vom Lamm. Als Nachspeise gönnen wir uns ein Stück Schokoladenkuchen, das sehr ungewöhnlich mit getrockneten Früchten und Nüssen versehen ist. Danach schlendern wir zurück zu unserem Wehrturm, wo wir noch ein wenig plaudern, dann aber auch bald ins Bett gehen. Was ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Entdeckertages.
25.04.2026 Monte Coscerno und Landschaftsfahrt durch Umbrien
Im Prinzessinenzimmer hat es sich sehr gut geschlafen, wobei es eher ein Ballsaal ist, a bissl zu groß ausgefallen. Bei Herrmann im „Kinderzimmer“ geht’s da schon „kuscheliger“ zu. Ich weiß zwar nicht, wie Hermann von der Länge her in eins der Betten gepasst hat, aber er wollte ja das herrschaftliche Zimmer nicht. Wir hatten am Vorabend eine Bar in der Nähe gesehen, wo wir heute frühstücken wollten. Bei Ankunft stellt sich heraus, dass sie noch zu ist. Auf der anderen Seite der kleinen Piazza hat aber die Bar Pianegiani schon offen. Die ist zwar nicht so urig, aber mangels Alternative in der Nähe nehmen wir sie. Erstmal zwei Mini-Paninis und dann noch zwei süße Teilchen mit frischem O-Saft, Tee bzw. Kaffee und dann starten wir gestärkt in den Tag.
Heute wollen wir Richtung Monte Sibillini fahren. Für eine Wanderung direkt in den Monte Sibillini ist es von der Jahreszeit her noch etwas früh. Dort ist es noch sehr kalt und die Gipfel schneebedeckt. Spoleto wäre dafür eigentlich der bessere Standort gewesen, aber dann hätten wir das schöne Todi nicht gesehen. Nachdem das Navi weit über 1 Stunde Fahrt ausspuckt, entscheiden wir uns, zumindest auf dem Hinweg Richtung Terni die Autobahn zu nehmen. Von da geht es dann in Landschaftsfahrt weiter ins fast verlassene Bergdorf Gavelli im Valnerinatal (Tal des Flusses Nero). Unterwegs darf natürlich ein kurzer Espresso-Stopp in einer Dorfbar mit Opis nicht fehlen. Von Gavelli aus starten wir eine Panoramatour mit Ziel Monte Coscerno. Wir wandern durch wunderschöne Blumenwiesen (Knabenkraut, Veilchen, Frühlingsenzian usw.) und genießen die Panoramasicht Richtung Monte Sibillini. Herrmann wählt zwischendurch immer wieder „Abkürzungen“ über Blumenwiesen und durchs Unterholz und lässt den Pfad Richtung Gipfel zunächst links liegen. Irgendwann wandern wir dann auf dem „Normalweg“ weiter. In der Ferne sehen wir nun eine erste Wandergruppe. Die letzten Höhenmeter zieht es ordentlich bergan und es bläst eine steife Brise. Am „Gipfelkreuz“ auf 1.684m, quasi ein Steinhaufen mit Altmetall, Stacheldraht, einem Fahrradreifen und allerlei Zeugs, wimmelt es vor Marienkäfern. Wir schießen ein paar Fotos und setzen uns im Windschatten bei einer Ansammlung Antennen und Solarpanels möglichst weit weg von der Wandergruppe (Franzosen! 😉) und betrachten eine Weile das Gipfelpanorama. Danach steigen wir zunächst auf demselben Weg ab. Danach geht’s weglos weiter auf einer Abkürzungsstrecke. Da ist bei Hermann immer mit Vorsicht geboten. Es geht steil bergab und irgendwann stehen wir an einem Weidezaun. An einer günstigen Stelle können wir diesen dann zum Glück überqueren. Danach geht es entspannt zurück zum Auto.
Wir sind für italienische Verhältnisse ziemlich spät dran fürs Mittagessen und wollen deshalb gleich im nächsten Dorf Sant‘ Antonio die Narco unser Glück versuchen. Dort finden wir eine Fleischerei, bei der man sich nach einem für uns nicht so richtig verständlichen System Fleisch und Wurst zusammenstellen kann, um diese dann selbst an den vielen Grillstellen zuzubereiten. Ich finde das eine coole Idee und bin bereit, es auszuprobieren. Hermann findet das Ganze dann aber zu undurchsichtig, kompliziert und zeitaufwändig und so suchen wir weiter. Zunächst stoßen wir auf ein weiteres „Grilllokal“ und wollen schon aufgeben, als wir nebenan die Bar Pizzeria del Nera sehen. Dort bestellen wir uns je einen Teller Nudeln mit scharfer Amatriciana Spoletino Sauce und einen Grillteller zum Teilen und gönnten uns dazu ein Glas Rotwein. Hier müssen wir nicht selbst grillen sondern für uns wird gegrillt. Ursprünglich wollte ich am Nachmittag noch Spoleto besichtigen, wir sind aber beide etwas müde und nach dem Essen lustlos. Als Hermann dann fragt, ob wir uns Spoleto wirklich anschauen müssen, bin ich gnädig und verneine. Es ist ja auch schon wieder Nachmittag und wir wollen heute den Sonnenuntergang in Todi erleben.
Dafür möchte ich dann aber gern eine Landschaftsfahrt ohne Autobahn zurücknehmen. Hermann stimmt zu. Als kleinen Spazierzwischenstopp peile ich Montefalco an, wo der Großteil des lokalen Weins herstammt, den wir gestern auch getrunken hatten. Es liegt malerisch auf einem Hügel. Leider finden wir dort keinen Parkplatz und müssen weiterziehen. Im nächsten Ort Besagna haben wir dann Glück und finden einen Parkplatz am Ortsrand. Wir legen eine kleine Spazierpause durch das wirklich nette Örtchen ein, spähen in zwei sehr alte mittelalterliche Kirchen rein und gönnen uns zum Abschluss noch ein Eis. Danach fahren wir weiter durch die malerische Landschaft und genießen die Fahrt bei Musik und Gesang. Den Weg zur Unterkunft in Todi finden wir ohne Probleme. In Todi angekommen, legen wir eine kleine Pause ein. Danach geht’s auf Abendrunde durch das mittelalterliche Zentrum mit Ziel Sonnenuntergang am Belvedere. Es ist goldene Stunde und Todi ist in ein tolles Licht getaucht. Wir schlendern kreuz und quer durch gefühlt alle Gassen, erst nochmal zur tollen Piazza mit seiner Kathedrale, dann weiter zum Kloster und bis in die hinterste Ecke der Altstadt. Dort finden wir noch eine Kirche (Chiesa della Nunziatina), die wunderschönen Deckenmalereien haben soll, leider hat sie seit ein paar Minuten geschlossen. So ziehen wir weiter in die andere Ecke des Ortes Richtung Parque della Rocca, der oberhalb des Belvedere liegt, den wir zum Sonnenuntergang ansteuern wollen. Erstmal die Stufen zur Chiesa di San Fortunato erklimmen, an deren Fuße es eine beliebte Aperitiv-Bar gibt. Da wir zum Sonnenuntergang am Aussichtspunkt sein wollen, fällt der Aperitivo aus. Im Parque della Rocca stand früher eine Festung, von der heute nicht mehr viel zu sehen ist. Jetzt stehen hier oben allerlei Kunstwerke und Skulpturen und man kann von einem Aussichtspunkt auf die Umgebung schauen. Super ist, dass hier fast keine Menschenseele unterwegs ist. Vom Park steigen wir zum Belvedere ab. Hermann glaubt mir nicht, dass der Abstiegsweg dorthin führt, wird dann aber eines Besseren belehrt. Leider ist der Sonnenuntergang dann nicht so toll, wie wir erwartet.
Wir haben noch ein wenig Appetit und begeben uns nun auf die Suche nach einem geeigneten Lokal. Da die Enoteca dasselbe Menü auf der Karte hat wie am Vortag suchen wir eine Alternative. Nach einigem Hin und Her kreuz und quer durch den Ort (wir waren etwas wählerisch und fanden immer etwas, dass nicht passte (zu eng, zu dunkel, zu voll, zu teuer) landeten wir schließlich im Restaurant La Scaleta, wo wir uns auf der Terrasse mit schönem Blick auf Todi platzieren lassen, obwohl es schon relativ frisch ist. Wir bestellen uns Salat und Pizza sowie Wein. Das Lokal ist zwar sehr schön, aber auch touristisch. Das Essen reißt uns entsprechend nicht vom Hocker. Danach spazieren wir zurück zu unserem Turm. Leider hat die angepeilte Bar für einen Absacker kurz davor schon geschlossen, so dass wir in unserer „Verzweiflung“ die beiden Flaschen Tonic trinken, die wir in der FeWo vorfanden. Ein weiterer erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Wir wünschen uns herzlich gute Nacht und ziehen uns in unsere „Gemächer“ zurück.
26.04.2026 Assisi, Perugia und Lago Trasimeno
Nach einer weiteren erholsamen Nacht ziehen wir heute weiter. Tagesziel ist der Lago di Trasimeno. Auf dem Weg dorthin wollen wir eine Rundwanderung am Monte Subasio, dem Hausberg der Pilgerstadt Assisi unternehmen, im Anschluss diese kurz besuchen und auch die Hauptstadt Umbriens -Perugia- einmal in Augenschein nehmen. Volles Programm und so brechen wir bereits kurz nach 7 Uhr auf. Da die Bars noch nicht geöffnet sind, beschließen wir irgendwo unterwegs einzukehren. Nach einem kleinen Stück auf der Autobahn biegen wir ab, um Assisi auf einer Landschaftsfahrt anzusteuern. Zunächst findet sich keine Bar , aber im Örtchen Torgiano werden wir dann fündig. Ein echtes Habitat, das von Bauarbeitern und Einheimischen frequentiert wird. Im sog. Coffee House lassen wir uns Focaccia bzw. Panini und je ein süßes Teilchen mit O-Saft und Tee/Kaffee schmecken. So gestärkt können wir uns jetzt dem Pilgern widmen. Vorher möchte Hermann aber noch das Auto waschen, das ist u.a. neben Wäsche waschen Teil seiner Rituale auf Reisen 😉…
Bald taucht Assisi vor uns auf. Das gewaltige Kloster, das den Ort dominiert, liegt beeindruckend vor uns im Morgendunst. Doch wir lassen es zunächst links liegen und ziehen noch ein Stück weiter den Berg hinauf. Ich lese Hermann aus dem Reiseführer vor von verrückten Nonnen und Touristen mit schief sitzenden Mützen. Wir sind schon gespannt, was da später auf uns zukommt. Beim Eremiten (Eremo dell Carceri) parken wir und starten eine Rundtour zum kahlen Panoramagipfel Monte Subasio, der schöne Panoramablicke verspricht. Hermann startet mit einer seiner berühmten „Abkürzungen“ durchs Unterholz, was ich mit Flucherei „belohne“. Danach geht es dann auf bequemen Panoramaweg durch den Wald, hin und wieder mit Blick auf Assisi und Umgebung. Nach einer Weile zweigen wir ab und steigen stetig bergan durch Wald bis wir das „nackte“ Gipfelgebiet erreichen. Dort laufen wir dann weglos durch Weidegebiet Richtung Gipfel, hier oben orientierungsmäßig kein Problem. Zunächst sind die Weiden leer, aber bald treffen wir auf eine Herde Esel und wenig später auch Pferde. Solange sie hinter dem Weidezaun sind, bin ich entspannt. Später queren wir eine Weide Richtung Gipfel und ich bin etwas angespannt aufgrund der Erlebnisse im Jahr zuvor in der Basilikata, als uns erst Kühe mit großen Hörnern verfolgten und uns dann noch eine Herde Pferde nachsetzte. Wir konnten uns seinerzeit ins felsige Gelände „retten“, davon herrscht hier jedoch keine Spur. Während Hermann, auch als Tierflüsterer bekannt, sich den Pferden für Fotos nähert, halte ich respektvollen Sicherheitsabstand, vor allem da auch Jungtiere dabei sind. Zunächst sind die Tiere auch ruhig und entspannt. Als dann aber ein Mann mit seinem unangeleinten Hund auftaucht, werden sie nervös und ich gleich mit. Ich kann nicht verstehen, wie man als Tierbesitzer so wenig Verständnis und Respekt vor anderen Tieren und Menschen haben kann. Ich behalte die Pferde im Blick und versuche den Mann mit seinem Hund auf Abstand zu halten, denn ich habe keine Lust, dass uns eine aufgescheuchte Pferdeherde hinterherrennt. Bald taucht der Vorgipfel in Form eines Steins auf. Gott sei Dank ist er umzäunt, ich bin erleichtert. Der Mann mit seinem Hund zieht zum Glück gleich weiter und scheucht unterhalb eine weitere Pferdeherde auf. Wir rasten ein wenig am Stein und lassen den eigentlichen Gipfel mit seinem Antennenmeer und das Panorama auf uns wirken. Auch von hier sehen wir in der Ferne die schneebedeckten Gipfel der Monte Sibillini. Im Anschluss steigen wir querfeldein bergab. Den eigentlichen Gipfel, der aufgrund der Antennen wenig malerisch ist, lassen wir aus. Zunächst verfehlen wir auf dem wiesenbedeckten Hang den Pfad, der uns wieder Richtung Ausgangspunkt zurückführen soll, aber nach einer Weile stoßen wir dann doch auf ihn. Er ist sehr schmal und deshalb aus der Ferne nicht zu sehen. Nach kurzem Marsch treffen wir auf ein Gipfelkreuz, das Croce di Sasso Piano, von dem man einen schönen Blick auf das darunterliegende Assisi hat. So treffen wir dort auch auf einige Wanderer, die das Panorama genießen wollen. Sobald der Panoramapunkt und der direkte Aufstiegsweg hinter uns liegen, sind wir wieder weitgehend allein. Ich mag das sehr, dieses Gefühl die Natur ganz für sich zu haben. Wir wandern noch ein wenig über das grüne Gipfelplateau. Später nehmen wir dann einen etwas abseits liegenden Pfad hinab Richtung Parkplatz. Wir treffen dort keine Menschenseele. Das letzte Stück geht es entlang der Straße und je mehr wir uns dem Eremiten nähern, desto mehr Menschen begegnen wir.
Am Auto angekommen, halten wir uns nicht lang auf. Ich möchte gern noch kurz durch Assisi schlendern und die päpstliche Basilika besichtigen. Hermann hat keine richtige Lust, denn Pilgerer und Kirchen sind nicht so seins, aber da muss er jetzt durch. Viele Parkplätze sind schon belegt, aber wir finden bald ein Parkhaus unterhalb des Zentrums. Von dort führen Rolltreppen hinauf, die wir nach der Wanderung auch gern nutzen. Als Hermann sieht, dass es von dort noch fast 1,5 km bis zu Basilika sind, hat er schon keine Lust mehr, aber ich „schleife“ ihn mit. Erst überlegt er kurz, ob wir noch ein Radler trinken in einer Bar, beschließt dann aber, das Ganze möglichst schnell hinter uns zu bringen. Leider sehen wir unterwegs weder verrückte Nonnen noch Touristen mit schief sitzenden Mützen. Wir sind ein wenig enttäuscht, dass uns dieses Spektakel entgeht. Überhaupt sind weniger Menschen und Pilger unterwegs als ich erwartet habe. Immerhin soll Assisi eine der meistbesuchten Pilgerorte Italiens sein. Am Wegesrand gibt es allerhand Läden mit Nippes, den kein Mensch braucht, aber so ist es halt in den Touristenorten. Der Ort an sich ist aber sehr schön mit alten Steinhäusern. Bald liegt sie vor uns, die beeindruckende päpstliche Basilika mit dem riesigen Kloster, das man allerdings nur von unten in seinem ganzen Ausmaß sehen kann. Ich möchte natürlich unbedingt rein. Erstaunlicherweise kostet die Besichtigung keinen Eintritt. Hermann kommt für einen kurzen Blick mit hinein, jetzt, wo er schon einmal hier ist. Drinnen darf man nicht fotografieren und die Sicherheitsleute passen wirklich mit Argusaugen auf. Sie sprechen mich gleich an, obwohl ich das Handy nur in der Hand trage und nicht fotografiere. Das Innere der Basilika ist wirklich beeindruckend. Die Deckenmalereien sind kunstvoll und einzigartig. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Viele Leute beten. Ich steige hinab in die Gruft, wo sich das Grab des Heiligen Franz von Assisi, Ordensbruder und Gründer des Franziskanerordens, befindet. Hermann bleibt oben zurück. Er hat es nicht so mit dunklen Löchern. Ich reihe mich in die Schlange der Wartenden ein, die das Grab sehen wollen. Ich bin geschockt und etwas befremdet, wie viele Menschen, vor allem Pilger mit ihren Rucksäcken, hier das Grab des Franziskus küssen und in Tränen ausbrechen. Naja, wenn es ihnen hilft oder Kraft gibt… Wir setzen im Anschluss gemeinsam die Besichtigung der Kirche fort, die aus einer unteren und einer oberen Kirche besteht. Man erreicht die obere Kirche über Stufen und einen Hof mit Säulengang. Die obere Kirche ist nicht ganz so prachtvoll.
Danach schlendern wir zum Auto zurück und machen uns auf den Weg nach Perugia, der Hauptstadt Umbriens, die Hermann sich gern anschauen möchte. An sich wollen wir in Perugia zu Mittag essen, sind aber etwas spät dran. Perugia ist ziemlich groß und ein bisschen ein Kulturschock nach den letzten ländlichen Tagen. Hermann kämpft sich mutig durch den chaotischen Verkehr und die teils herausfordernde Verkehrsführung. Wir parken unweit des Busbahnhofs etwas außerhalb des autofreien Zentrums. Auch Perugia liegt am Berg. Das Zentrum ist über mehrere Rolltreppen zu erreichen. Kurz vorm Zentrum führen diese durch eine Kathedrale aus Stein, dem Rocca Paolina. So etwas habe ich noch nicht gesehen, wirklich gewaltig. Oben angekommen machen wir uns gleich auf die Suche nach einem Mittagslokal. Leider schließen diese gerade und nach ein paar missglückten Versuchen geben wir schließlich auf. Zum Glück finden wir ganz in der Nähe einen Porchetta-Stand mit ein paar Tischen. Porchetta ist ein italienischer Schweinerollbraten am Spieß mit knuspriger Schwarte, der traditionell in einem Panino serviert wird. Wir entscheiden uns für die Luxusvariante mit Salatbeilage. Dazu ein selbst gemischtes Radler. Richtig lecker und so sind wir wieder mit unserem Mittagsschicksal versöhnt. Danach suchen wir ein Café mit Toilette. Das erste mit dem vielversprechenden Namen „The Chocolate Bar“ liegt auf einer Art Balkon mit wunderbarem Blick auf die Altstadt, ihre Mauern und die Umgebung. Leider ignoriert uns der Service, so dass wir weiterziehen. Schade eigentlich, die Location ist richtig toll. Ein paar Straßen weiter an der Piazza IV Novembre mit dem sehenswerten Palazzo de Priori und der Brunen Fontana Maggiore werden wir dann fündig. An der Toilette müssen wir zwar Schlange stehen, aber egal. Danach schlendern wir noch ein wenig durchs historische Zentrum. Ich möchte mir gern noch das Aquädukt ansehen, dass als eine der Sehenswürdigkeiten erwähnt wird. Es liegt am Rand des Zentrums. Leider wird daran gerade gebaut, so dass man nicht viel sieht und so spazieren wir langsam zurück, denn wir haben noch die Fahrt zum Lago Trasimeno, dem „Meer“ Umbriens vor uns, wo wir heute in Passignano sul Trasimeno übernachten werden. Am Rocca Paolino befindet sich noch ein weiterer Aussichtspunkt, der Belvedere Giardini Carducci. Den nehmen wir noch mit und werfen einen letzten Blick auf Perugia, seine Vororte und Umgebung. Dann geht’s wieder hinab durch den Felsen Richtung Parkplatz.
In kurzer rund halbstündiger Fahrt erreichen wir unser Ziel. Der Ort liegt malerisch am Seeufer. Wir wohnen stilecht in der Nähe des Bahnhofs in der Villa Paradiso und in der Tat ist die Lage recht idyllisch, abgesehen davon, dass hier auch eine deutsche und eine österreichische Reisegruppe nächtigen. Auf einen Teil davon (Sachsen!) treffen wir bald darauf, als wir nach dem Bezug unserer Zimmer mit (entferntem) Seeblick am Pool erstmal ein Bier zischen. Hermann ist fassungslos, dass diese hier jeweils für eine Woche ihr Standorthotel haben, wo das Meer so nah ist. Danach erst einmal eine gepflegte Dusche und Siesta. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fahren wir nochmal ins nah gelegene Zentrum. Hermann hat keine Lust mehr zu laufen und so nehmen wir das Auto und parken am Hafen, wo wir nach ein paar Minuten Suche dann auch noch ein Plätzchen finden. Wir laufen die Promenade einmal hoch und runter bis wir bei der L’Osteria 13 hängenbleiben. Da es recht lauschig ist, setzen wir uns auf die blumenumsäumte Außenterrasse mit Blick auf den See und das Denkmal für die verunglückten Wasserflugzeugpilotenschüler, das aussieht wie eine Raketenabschussrampe. Als Vorspeise bestellen wir uns Alici del Cantabricco (kantabrische Sardellen). Dazu gibt es Butter und Toastbrot und einen Rotwein aus Montefalco. Als Hauptspeise entscheiden wir uns klassisch für Pasta mit Tomatensauce und Basilikum. Wir genießen den Blick auf den See und die Sonnenuntergangs- und Abendstimmung. Nur die vielen kleinen Fliegen stören ein wenig.
Als wir später zum Auto zurücklaufen, sehen wir erst das ganze Ausmaß. Überall an den Lampen des Promenadenwegs hunderte, wenn nicht tausende kleine Fliegen. Sie sind wirklich überall und auch unser Auto ist komplett davon übersäht. Uns gelingt es nicht ganz, ohne deren Gesellschaft ins Auto einzusteigen und noch am nächsten Tag finden wir sie überall. Zurück im Hotel noch ein kleiner Absacker an der Bar. Danach wünschen wir uns gute Nacht und in der Tat schlafe ich gut bei weit geöffnetem Fenster.
27.04.2026 Auf den Monte Tezio – Hausberg von Perugia- und Gubbio
Am nächsten Morgen sind wir pünktlich zum Beginn der Frühstückszeit im Restaurant. Mit uns die Rentner der Reisegruppen und so herrscht früh am Morgen schon ein ziemliches Gedränge am Buffet. Ein etwas trubeliger Start in den Tag. Wir „fliehen“ bald daraufhin Richtung Monte Tezio, dem Hausberg von Perugia, den wir heute besteigen wollen, bevor wir weiter in die mittelalterliche Stadt Gubbio fahren. Eigentlich wollte ich den Tag am See verbringen, aber der Wanderweg wäre a) sehr lang und b) sehr asphaltlastig gewesen. Der Monte Tezio verspricht hingegen nochmal Panoramablicke. In kurzer Fahrt erreichen wir den nahegelegenen Ort Colle Umberto I, wo wir eine Bar für den obligatorischen Morgenespresso suchen. Die einzigen beiden Bars scheinen geschlossen. Wir wollen schon aufgeben, als vor einer der vermeintlich geschlossenen Bars ein Lieferwagen hält. Und siehe da, das Glück ist uns hold. Die Bar sieht von außen dunkel und geschlossen aus, hat aber geöffnet und entpuppt sich gleichzeitig als Dorfladen, in dem alles Wesentliche von Getränken über Lebensmittel und Schreibbedarf geführt wird. Der ältere Besitzer ist freundlich und wir frischen bei der Gelegenheit gleich noch unsere Wasservorräte auf.
Danach fahren wir weiter zum Wanderparkplatz, wo außer zwei der allgegenwärtigen Camper praktisch niemand parkt. Das ist ganz nach meinem Geschmack, verspricht es doch eine fast menschenleere Wanderung zu werden, was sich später auch bestätigen sollte. Wir treffen kaum eine Menschenseele. I like. Hermann wirft einen Profiblick auf die Komootkarte und entscheidet, dass wir die Runde entgegen meiner Planung umgekehrt gehen. Später sollte sich herausstellen, dass das eine gute Entscheidung war. Profi ist halt Profi. Wir steigen zunächst gemütlich durch den Wald hinauf. Weiter oben gibt der Wald ab und zu Blicke auf die Umgebung frei. Der Weg ist bequem zu gehen, wird aber Richtung Gipfel immer steiler. Wir erreichen zunächst das Croce de la Pieve, scheinbar der Treffpunkt der hiesigen LGQTBI Szene, denn ein regenbogenfarbener Stein mit „I love you“ ziert den Fuß des Gipfelkreuzes. Wir rasten kurz und genießen den Blick ins Grüne und in die Ferne, bevor wir weiter zum eigentlichen Gipfel, markiert durch einen Stein, aufsteigen. Dort tummeln sich einmal wieder Kühe mit Kälbern. Wir halten uns dort nicht lange auf und steigen zunächst weglos, dann auf einen schmalem steilen Pfad wieder ab. In der Ferne sehen wir eine Burg, die sehr einladend aussieht und ein toller Mittagsstopp wäre. Ein Blick ins Internet verrät, dass es dabei um die Burg Prokopius handelt, die in Privatbesitz ist. Schade, leider kennen wir keine Burgherren, -damen oder -fräulein. Auf bequemen Waldweg erreichen wir nach rund 9km wieder unser Auto. Wir peilen jetzt die mittelalterliche Stadt Gubbio an, wo wir heute in einem herzoglichen Palast übernachten werden. Unterwegs wollen wir noch etwas zu Mittag essen, doch das ist leichter gesagt als getan. Weit und breit kein Restaurant in Sicht außer an einem Golfplatz. Das sagt unser aber nicht so zu. Auf dem Weg liegt noch die Stadt Umbertide. Dort hoffen wir fündig zu werden.
Wir fahren durchs Gewerbegebiet ein, das sich kilometerlang am Straßenrand entlangzieht. Der Ort sieht ziemlich trostlos aus. Wir parken am Rande des historischen Zentrums. Dort wird ja wohl etwas zu finden sein, aber Pustekuchen. Die Altstadt mit ihrer Festung liegt zwar recht malerisch, ist aber (wie) ausgestorben. Die Bars haben geschlossen und man sieht keine Menschenseele weit und breit. Kurz bevor wir aufgeben wollen, werfe ich noch einen Blick in Google Maps. Angeblich soll sich auf der anderen Seite des Ufer des Flusses Tevere ein Restaurant befinden. Einen Versuch ist es wert und tatsächlich ist dort neben einer Tankstelle ein Restaurant, das geöffnet hat (Vivo Spazio Menchetti) und ein beliebtes Mittagslokal zu sein scheint. Wir teilen uns einen Salat und bestellen uns Pasta, ich Käseravioli und Hermann mit umbrischer Wurst aus Norcia. Dazu bestellen wir uns je ein Gläschen Weißwein. Die Freude am leckeren Essen wird leider etwas getrübt, da Hermann’s Pasta mit Sahnesauce serviert wird. Noch ein Espresso zum Abschluss und geht’s weiter nach Gubbio.
Dort fahren wir durch enge Gassen und die Fußgängerzone zum Hotel, was Hermann etwas suspekt ist. Aber bald stehen wir auf einem größeren Platz, der Piazza Grande, vor unserem Herzogspalast (Relais Ducale). An der Bar! checken wir ein und notieren unser Kennzeichen, was es uns erlaubt, durch die verkehrsberuhigte Innenstadt zu fahren. Die Dame weist uns den Weg zum nahgelegenen Parkplatz an der Seilbahnstation (Funivia). Vorher laden wir unser Gepäck aus und deponieren es in der Bar. Na, mal schauen, ob es nachher noch dasteht. Wir finden den Parkplatz problemlos, allerdings die Tiefgarage zunächst nicht. Nach einer Erkundungsrunde zu Fuß entdecke ich sie und es gibt auch noch ein freies Plätzchen für uns. Ich bin begeistert von der Käfigsesselbahn. Auf Elba am Monte Capanne war sie ja noch nicht in Betrieb, hier aber schon. Ich checke gleich mal die Fahrzeiten. Es ist 16 Uhr und sie fährt noch bis 18.30 Uhr. Ich möchte unbedingt damit fahren, es wäre eine Premiere. Mit so einer offenen Käfiggondelbahn bin ich noch nie gefahren und habe sie vorher außer auf Elba auch noch nirgends gesehen. Ich bequatsche Hermann, mich zu begleiten, denn auch er ist mit so einer Gondelbahn noch nie gefahren. Er möchte aber erst noch einmal kurz zurück ins Hotel und das Gepäck aufs Zimmer bringen. Als wir ankommen, ist das Gepäck bereits auf unseren Zimmern. An der eigentlichen Rezeption, die sich irgendwo tief im Labyrinth des Hotels befindet, bekommen wir unsere Schlüssel. Ich habe uns zwei Komfortzimmer gebucht und war davon ausgegangen, dass die Zimmer mit Panoramablick auf den Hauptplatz und die Umgebung sind. Leider sind es zwei kleine Zimmer mit Blick in eine schmale dunkle mittelalterliche Gasse. Hermann sieht beim Blick aus dem Fenster gleich eine Ratte. Ich bin etwas enttäuscht, aber auch das gehört zum Reisen dazu. Ich war etwas besorgt um Hermann, ob er in diesem Zimmer nicht klaustrophobische Zustände bekommen würde. Er sagte, dass ich mir keine Sorgen machen solle, er würde es schon für eine Nacht aushalten. Bevor wir zur Gondelbahn gehen, wollen wir noch schnell die hängenden Gärten des Palastes besichtigen. Diese waren in diesem Labyrinth von Hotel nicht einfach zu finden. Sie waren aber dann nicht so beeindruckend wie gedacht und der Blick ist auch nicht so überwältigend wie beschreiben. So trinken wir noch ein Radler an der Bar, dann geht’s es auf ins Gondelabenteuer.
Ich bin Hermann dankbar, dass er mitkommt, denn so ganz geheuer ist mir das Ganze nicht. Andererseits freue ich mich wie ein Kind auf die Fahrt. Man muss während laufender Fahrt in die Gondel springen, allein oder zu zweit. Ich bestehe darauf, dass wir zusammenfahren. Vor uns ist eine Familie dran, so dass wir erst einmal schauen können, wie es genau funktioniert. Man springt hintereinander auf und der Gondelmann schließt den Korb. Allerdings kann man den problemlos während der Fahrt öffnen. Wir schaffen den Aufsprung problemlos. Der Korb schaukelt erstmal ein wenig und es kribbelt im Bauch. Aber nach wenigen Sekunden ergebe ich mich meinem Schicksal und genieße die Fahrt. Man hat einen tollen Blick auf die Stadt und die Umgebung. Es ist wirklich spaßig. Der Gondelmann oben verlangsamt, wohl angesichts unseres Alters, vorm Ausstieg die Fahrt. Erstaunlicherweise ist der Ausstieg einfacher als der Einstieg. Oben angekommen, besuchen wir kurz die Basilica die Sant’Ubaldo, wo der Bischoff von Gubbio, Schutzpatron von Gubbio und Heiliggesprochener, der Heilige Ubaldo, begraben ist. Die Basilika liegt idyllisch am Berg und hat einen schönen Innenhof mit Kreuzgang. Der offene Sarg mit dem einbalsamierten Bischoff thront auf dem Altar. In der Basilika werden auch drei hohe hölzerne Hohlkörper, sog. Ceri, aufbewahrt, die beim jährlichen Ceri Festival, das am 15.05. stattfindet, die Statuen der drei Schutzpatronen von Gubbio tragen. Sie sind je 5 Fuß hoch und 300 kg schwer. Wow. Im Anschluss nehmen wir die Gondel auch wieder hinunter in die Stadt. Wir hätten auch laufen können, aber erstens sind wir heute schon genug gelaufen und zweitens muss man diese einmalige Fahrt gleich nochmal genießen.
Im Hotel angekommen, verabschiedet sich Hermann zur Siesta während ich noch ein wenig den Ort erkunde. Erstmal ein Eis und dann schlendere ich gemütlich durch die Gassen. Überall Läden mit Trüffel und Trüffelspezialitäten. Am Rand des Zentrums gibt es ein römisches Amphitheater, das heute mitten in einem Park liegt, in dem Familien mit Kindern den Nachmittag auf dem Spielplatz und den Wiesen verbringen. Als ich gefühlt jede Gasse gesehen haben, kehre ich zum Hotel zurück. Da ich schon genug gelaufen bin, nehme ich den öffentlichen Fahrstuhl hinauf zur Piazza. Jetzt erstmal eine ausgiebige Dusche. Am Abend nach Einbruch der Dunkelheit brechen wir auf zum Abendessen. Hermann hat bei einer Recherche ein vielversprechendes Restaurant mit dem Namen Ristorante Il Lepre gefunden. Dieses liegt am östlichen Rand der Altstadt. Als wir ankommen, finden wir dort zunächst niemanden vor. Wir wollen schon aufgeben, als wir im oberen Teil des Restaurants an einem Tisch eine Gruppe entdecken. Also noch ein Versuch und siehe da, wir treffen auf eine ältere Dame, die uns neben der Gruppe platziert. Es ist ein nettes Lokal und man wundert sich, dass hier praktisch niemand zu Gast ist. Vielleicht ist es für die Touristen etwas zu abgelegen und es ist ja auch noch Vorsaison. Wir bestellen uns eine Flasche lokalen Rotwein aus Montefalco, einen Salat mit getrockneten Früchten und Nüssen, eine Tagliata mit Trüffel und Kaninchen im Speckmantel mit Kartoffeln. Was ein Festmahl. Wir genießen das leckere Essen bei netten Gesprächen. Nach einem spätabendlichen Spaziergang zurück ins Hotel beschließen wir diesen ereignisreichen Tag. Morgen ist schon der letzte Tag in Umbrien und es geht zurück nach Florenz. Ich drücke kurz aufkommende Melancholie weg und beschließe, die verbleibende Zeit einfach nur zu genießen.
28.04.2026 Runde rund um den Monte Ingino und Rückfahrt nach Florenz
Als wir uns am kommenden Morgen zum Frühstück treffen, sieht Hermann etwas gerädert aus. Er hat wohl auch nicht besonders geschlafen, das hatte ich mir schon gedacht, ob der etwas klaustrophobischen Verhältnisse auf den Zimmern. Das Frühstück ist unten im Barbereich und ist von der Auswahl her ok, aber auch nix Besonderes. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und verstauen sie im Auto.
Dann parken wir es wieder an der Seilbahn und wollen noch eine kleine Runde drehen und den Hausberg Monte Ingino (905 m) mitnehmen, bevor wir zurück nach Florenz fahren. Wir wollen dort nicht so spät ankommen, weil wir zum einen noch unsere Fundsachen abholen und zum anderen abends noch ein bisschen durch die Stadt schlendern wollen. Außerdem möchten wir einfach keinen Stress haben. Den Einstieg neben der Seilbahnstation finden wir problemlos und ziehen stetig bergan, zunächst hinauf auf den Gipfel gegenüber, dem Hausberg, den Monte d’Ansciano, der mit 893 m nicht besonders hoch ist. So sind wir dann auch nach rd. 3 km mit 330 Höhenmetern in knapp 1 Stunde schon auf dem Gipfel angekommen. Von dort haben wir einen schönen Blick auf die Stadt und den Monte Ingino. Wir treffen nur vereinzelt auf andere Wanderer und es ist wunderbar ruhig und entspannt. Hier oben auf den Wiesen blühen auch viele Blumen. In der Ferne sieht man den Monte Cucco (1566 m), einen Aussichtsgipfel im umbrisch-märkischen Apennin und Zentrum des gleichnamigen Regionalparks. Ich hätte ihn gern zum Abschluss noch bestiegen, aber die An- und Abfahrt sowie die Wanderung hätten zu lange gedauert, um Florenz noch am selben Tag entspannt zu erreichen. Naja, vielleicht komme ich ja nochmal hierher. Die Region Umbrien gefällt mir sehr und so ist es nicht ganz unwahrscheinlich. Wir ziehen bald weiter, erstmal hinab Richtung Tal, um dann auf der anderen Seite noch den Hausberg Monte Ingino mitzunehmen. Es geht über schmale Pfade und Wiesen gemütlich bergab, bis wir einen Picknickplatz mit Spielplatz erreichen. Von dort müssen wir kurz die Straße entlanggehen, bis der Weg zum Monte Ingino abzweigt. Hier oben tummeln sich einige Radfahrer. Vom Abzweig geht es in kurzem steilen Anstieg hinauf zum Gipfel. Dort rasten wir kurz und machen noch eine kleine Fotosession an einer Ruine der alten Festung Rocca Maggiore. Danach geht’s in weiterem steilen Abstieg Richtung Bergstation der Seilbahn. Wir passieren noch einmal die Basilika Sant’Ubaldo. Etwas unterhalb hat heute die Bar mit wunderbarem Blick auf Gubbio und die Umgebung geöffnet. Ich überrede Hermann zu einem Espresso, damit wir den Ausblick noch ein wenig genießen können, bevor wir Umbrien verlassen. Danach geht’s noch einmal mit der tollen Käfigseilbahn hinab ins Tal, wir passen auch mit unseren Rucksäcken zu zweit hinein.
Etwas wehmütig genieße ich die Fahrt und verabschiede mich von Umbrien. Unten angekommen, ziehen wir uns kurz um und fahren dann gleich auf direktem Weg Richtung Florenz los. Erst geht’s noch eine Weile auf Nebenstraßen. Kurz hinter Città de Castello lassen wir Umbrien dann endgültig hinter uns. Bevor wir auf die Autobahn A1 Richtung Florenz auffahren, kehren wir noch ins Restaurant L’Orologio in Viciomaggio ein. Als wir dort ankommen, nähert sich die Mittagszeit schon dem Ende. Es ist brechend voll mit Arbeitenden aller Art, leert sich bald aber schon zügig, so dass wir entspannt zu Mittag essen können. Es gibt lecker Hauspasta für mich und Steinpilzrisotto für Hermann. Dazu einen Salat und gegrilltes Gemüse, je ein Gläschen Wein und einen Espresso zum Abschluss. Danach fahren wir in rd. 1 ½ h nach Florenz. Dort holen wir im Hilton Garden Hotel erstmal unsere Fundsachen ab, die sich zum Glück angefunden hatten und für uns aufbewahrt wurden.
Danach geben wir den Mietwagen in der Nähe des Flughafens ab. Wie immer am Ende einer Reise ist Hermann erleichtert, dass alles gutgegangen ist und ich bin wie immer dankbar, dass er uns sicher ans Ziel gebracht hat. Danach lassen wir uns mit dem Shuttle zum Flughafen fahren, von wo aus wir mit der Straßenbahn zum Bahnhof Santa Maria Novella fahren. Wir haben uns eine ans Hotel Montreal angeschlossene Ferienwohnung ganz in der Nähe des Bahnhofs gebucht, damit wir am nächsten Morgen nur einen kurzen Fußmarsch zum Bahnhof haben, denn zurück geht’s natürlich wieder mit der Bahn. Nach dem Check-in sind wir erst einmal eine Weile damit beschäftigt durch das Labyrinth im Hotel den Zugang zur Ferienwohnung zu finden, die nur über Treppen und mehrere Etagen zu erreichen ist. Als wir dann endlich etwas außer Atem ankommen, beziehen wir die Wohnung. Dort ist die Zeit etwas stehengeblieben, gefühlt in den 60iger/70iger Jahren. Immerhin gibt es wirklich 2 Schlafzimmer und ein Badezimmer. Ein weiteres Zimmer wird als Abstellraum genutzt und noch ein weiteres als Büro. Das veranlasst mich erst einmal dazu, den Riegel vor die Tür zu legen, so dass hier niemand unbemerkt eindringen kann. Mein Bett ist ziemlich durchgelegen, aber für eine Nacht wird’s gehen. Hermann’s Bett ist wohl in Ordnung. Wir legen erstmal eine Siesta ein.
Am Abend unternehmen wir dann noch einen Spaziergang durch die Stadt, zunächst zum Fluss Arno mit Blick auf die berühmte Brücke Ponte Vecchio, die idyllisch ins Abendlicht getaucht ist. Überhaupt ist die goldene Stunde die beste Zeit zum Flanieren. Wir spazieren weiter am Ufer des Arno bis zu den Uffizien. Von dort geht’s über die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio kreuz und quer durch die Gassen bis zur Kathedrale von Florenz. Zwischendurch immer wieder ein Fotostopp. Danach geht’s weiter Richtung Piazza del Mercato, der, wie der Name sagt, in der Nähe des Marktes liegt. Dort wollen wir uns ein Lokal suchen, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Wir landen nach kurzer Suche in der Trattoria Zà Zà. Draußen ist es voll, so dass wir uns einen Tisch drinnen geben lassen. Dort sind wir fast allein und sitzen recht gediegen, aber gemütlich zwischen Weinflaschen, alten Backsteinwänden und Bildern. Da wir nach dem üppigen Mittagessen nicht viel Hunger haben, bestellen wir uns nur eine Tagliere mit Wurst, Käse, Pastete und dazu zwei Gläser Rotwein und genießen bei bester Stimmung unseren letzten Abend. Auf dem Rückweg trinken wir zum Abschied noch 2 Gläser Wein im gechillten Santa Cocktail Club an der Piazza die Santa Maria Novella, wo wir sichtlich den Altersdurchschnitt heben. Mit jedem Glas Wein wird meine Stimmung melancholischer und Hermann muss einmal wieder meine Abschiedsgefühlausbrüche ertragen 😉. Zurück im Hotel bzw. der Ferienwohnung wünschen wir uns herzlich gute Nacht. Ich schlafe unruhig bei geschlossenem Fenster, was ich sonst eigentlich nie mache, da es draußen unheimlich laut ist. Mitten in der Nacht schrecke ich auf, weil die Glascontainer lautstark geleert werden. Später kommt auch noch die Straßenreinigung und das alles vor Sonnenaufgang. Uff, was für eine Nacht.
29.04.2026 Abschied
Hermann hat trotz Kopfhörern aufgrund des Lärms auch nicht gut geschlafen und so wandeln wir später etwas schlaftrunken durch die Straßen auf der Suche nach einem gescheiten Frühstück. Nach einer Weile werden wir in einer kleinen Bar fündig, wo sich um die Zeit nur Einheimische aufhalten. Wir genießen das letzte gemeinsame Frühstück und schlendern im Anschluss noch ein wenig durch die Stadt, weil wir noch etwas Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges haben. Ich muss mich ziemlich zusammenreißen, dass die Melancholie nicht wieder durchbricht. Auch Hermann ist ruhiger als sonst, vielleicht auch etwas wehmütig.
Später marschieren wir dann mit unserem Gepäck zum Bahnhof. Alles läuft entspannt, nur beim kurzfristigen Gleiswechsel geht der Puls mal kurz hoch. Wir richten uns bequem im Zug ein, der relativ voll ist. In nur 1 ½ Stunden Fahrt erreichen wir mit dem Frecciarosa (roten Pfeil) Verona. Dort haben wir ca. 1 Stunde Umsteigezeit, die wir in der Bar auf dem Bahnhofsvorplatz überbrücken. Danach bringt der Railjet uns in rund 3 ½ Stunden Fahrt nach Innsbruck, wo Hermann aussteigt. Wir drücken uns zum Abschied nochmal ganz feste.
Danach versuche ich nochmal, meinen PC mit dem Internet zu verbinden, um meine Mails zu checken, aber es gelingt mir erst hinter München. Viel bekomme ich eh nicht auf die Reihe, da ich in Gedanken noch einmal unsere Reise Revue passieren lasse und etwas traurig und wehmütig bin. Ich vermisse Hermann schon jetzt und freue mich schon auf unsere nächste Reise. Kurz vor Mitternacht erreiche ich Berlin, wo ich ein Taxi nach Hause nehme. Der libanesische Taxifahrer schafft es, mir auf der kurzen Fahrt alle seine Probleme auszubreiten. Ich bin froh, als ich aus dem Taxi aussteige und endlich wieder zu Hause bin, wo Micha auf mich gewartet hat. Timo schläft schon, aber ich drücke ihn trotzdem feste und er mich zurück. Es ist auch schön, wieder zu Hause bei meinen Lieben zu sein.
The End.

In den weißen Bergen Andalusiens Wandern an der Costa del Sol und in der Sierra Blanca
Die weißen Berge der Sierra Blanca im Hinterland Marbellas bilden einen malerischen Kontrast zu den malerischen Küsten am Mittelmeer. Wir durchwandern herrlich duftende Pinienwälder und kommen vorbei an blühenden Sträuchern wie Ginster, Zistrosen oder Oleander. Nahe Algeciras schlängelt sich der Pfad durch eine märchenhafte Welt in einer abwechslungsreichen Vegetation im Flusstal von La Miel: lange Bartfelchten hängen dort verwunschen von den steinalten Bäumen, üppige Farne stehen am Wegrand und knorrige Eichen spenden Schatten. Am Ende dieses Zauberwaldes offenbart sich uns ein beeindruckender Blick auf den Affenfelsen von Gibraltar. Auch Kultur darf nicht fehlen: entlang alter Kopfsteinpflasterwege führt uns der Weg nach Ronda, die Stadt die von einer imposanten Schlucht geteilt ist, als Wiege des Stierkampfes gilt. Die imposanten Herrenhäuser, prunkvollen Kirchen und stattlichen Amtsgebäude stehen plakativ für die klassische spanische Residenzstadt. Kulinarisch lassen wir uns von der Küche Andalusiens verwöhnen, besonderes Highlight sind natürlich die Klassiker: Tapas und Wein!
Termine: derzeit keine
Ihre Reise auf einen Blick
Vom 4* Standorthotel
Mit 6 ausgewählten Wanderungen im Schwierigkeitsgrad 3
Highlights
Tag 1: Willkommen in Andalusien
Individuelle Anreise nach Málaga. Sie werden am Flughafen begrüßt und nach Marbella gefahren (ca. 40 min.). Abends begrüßt Sie Ihr ASI-Wanderführer und stellt Ihnen das Wanderprogramm vor.
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Abendessen
Tag 2: Die Flusslandschaft von Istán
Kurze Anfahrt in das Hinterland von Marbella. Vorbei am Stausee von Istán erreichen wir unseren Ausganspunkt. Wir durchwandern ein idyllisches Flusstal mit üppiger Vegetation: Oleander, Schilf und spanisches Rohr wachsen entlang der Furten. Immer wieder sind kleine Gärten angelegt. Schließlich steigen wir in das kleine, weiße Dorf Istán auf und finden einen köstlichen kulinarischen Ausklang unserer ersten Wanderung.
Auftieg 150 m
Abstieg 50 m
Wegstrecke 8,1 km
Gehzeit ca. 3,0 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 3: Ronda - die Wiege des Stierkampfes
Das majestätische Ronda erwartet uns heute: Auf der Anfahrt lassen wir den Pass von Refriega hinter uns und erreichen die Ebene zwischen der Sierra de Grazalema und Ronda, in welcher der Rio Guadiaro fließt. Auf einem alten Pflasterweg wandern wir nun in Richtung Ronda. Gewaltig erheben sich die Festungsmauern dieser stolzen Stadt vor uns. Der Aufstieg in das historische Zentrum der Stadt wird belohnt durch eindrucksvolle, enge Gassen. Lohnend wäre auch ein Besuch der Stierkampfarena und der hohen Brücke, die das alte und das neue Ronda miteinander verbindet. Eine gelungene Mischung aus Wandern und Kultur!
Aufstieg 300 m
Abstieg 50 m
Wegstrecke 5,0 km
Gehzeit ca. 1,5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 4: Aussicht auf Gibraltar
Wir fahren in den äußersten Süden Andalusiens. Vorbei an Gibraltar, vorbei an Algeciras erreichen wir ein verstecktes Naturjuwel: den Rio de la Miel. Entlang des Bachlaufes durchstreifen wir zunächst eine urwüchsig anmutende Vegetation: Baumriesen, Farne und die geschliffenen Felsen entlang des Bachbettes. Wie ein Urwald wuchert hier der alte Waldbestand. Nachdem wir das Tal durchschritten haben, steigen wir auf der anderen Seite aufwärts und erreichen schließlich den Sendero de los Prisioneros. Der von Strafgefangenen im spanischen Bürgerkrieg angelegte Weg bietet eine atemberaubende Aussicht auf Algeciras, Gibraltar und den nahen afrikanischen Kontinent.
Aufstieg 450 m
Abstieg 450 m
Wegstrecke 13,0 km
Gehzeit ca. 5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Lunchpaket
Tag 5: Das malerische Casares
Eines der wohl am schönsten gelegene weißen Dörfer Andalusiens ist unser heutiges Ausflugsziel. Das malerische Casares am Fuße der Sierra de Crestellina. Umkreist von Gänsegeiern die hier in großer Zahl vorkommen steigen wir auf zum Refugio de Casares. Von hier aus öffnet sich der Blick über das Dorf bis hinaus in die Ebene. Wir umwandern das Tal und kehren schließlich nach Casares zurück.
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Wegstrecke 9,0 km
Gehzeit ca. 3,0 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 6: Über den Dächern Marbellas
Fahrt in den nahen Parque Natural von Juanar, einem Rückzugsgebiet für Steinböcke, Geier und allerlei andere Vögel. Wir starten unsere Wanderung durch Pinien- und Steineichenwälder, bis sich schließlich die Vegetation lichtet und wir einen traumhaft schönen Panoramapfad erreichen. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf die Küstenlinie und Marbella. Schließlich besteigen wir einen Vorgipfel des Concha, dem Hausberg von Marbella.
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Wegstrecke 12,0 km
Gehzeit ca. 5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 7: Im grünen Flußtal des Rio Genal
Fahrt in die Serranía de Ronda. Wenige Kilometer im Landesinneren, nördlich der höchsten Bergrücken der Sierra Blanca, ändert sich das Landschaftsbild noch einmal. Einzelne weiße Dörfer liegen im satten Grün der Steineichen Wälder. Die Maurenfestung von Gaucín liegt hoch auf dem Hügel am Eingang der Serranía de Ronda. Benaraba ist der Ausganspunkt zum Abstieg in das Tal des Río Genal. Leicht ansteigend folgen wir dann der eindrucksvoll dicht bewachsene, Großteils naturbelassene Flusslandschaft. Der Pfad führt mehrmals über gut ausgebaute Stege an niederen Felswänden entlang. Am Ende der Wanderung landestypische Einkehr. Rückfahrt über das Künstlerdorf Genalgaucil und die Panoramastraße von Los Reales de Sierra Bermeja.
Aufstieg 50 m
Abstieg 370 m
Wegstrecke 7,0 km
Gehzeit ca. 3 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 8: Abschied nehmen von Andalusien
Glücklich blicken wir auf eine abwechslungsreiche Wanderwoche zurück und freuen uns wieder auf die Heimat.
Verpflegung: Frühstück

In den weißen Bergen Andalusiens Wandern an der Costa del Sol und in der Sierra Blanca
Die weißen Berge der Sierra Blanca im Hinterland Marbellas bilden einen malerischen Kontrast zu den malerischen Küsten am Mittelmeer. Wir durchwandern herrlich duftende Pinienwälder und kommen vorbei an blühenden Sträuchern wie Ginster, Zistrosen oder Oleander. Nahe Algeciras schlängelt sich der Pfad durch eine märchenhafte Welt in einer abwechslungsreichen Vegetation im Flusstal von La Miel: lange Bartfelchten hängen dort verwunschen von den steinalten Bäumen, üppige Farne stehen am Wegrand und knorrige Eichen spenden Schatten. Am Ende dieses Zauberwaldes offenbart sich uns ein beeindruckender Blick auf den Affenfelsen von Gibraltar. Auch Kultur darf nicht fehlen: entlang alter Kopfsteinpflasterwege führt uns der Weg nach Ronda, die Stadt die von einer imposanten Schlucht geteilt ist, als Wiege des Stierkampfes gilt. Die imposanten Herrenhäuser, prunkvollen Kirchen und stattlichen Amtsgebäude stehen plakativ für die klassische spanische Residenzstadt. Kulinarisch lassen wir uns von der Küche Andalusiens verwöhnen, besonderes Highlight sind natürlich die Klassiker: Tapas und Wein!
Termine: derzeit keine
Ihre Reise auf einen Blick
Vom 4* Standorthotel
Mit 6 ausgewählten Wanderungen im Schwierigkeitsgrad 3
Highlights
Tag 1: Willkommen in Andalusien
Individuelle Anreise nach Málaga. Sie werden am Flughafen begrüßt und nach Marbella gefahren (ca. 40 min.). Abends begrüßt Sie Ihr ASI-Wanderführer und stellt Ihnen das Wanderprogramm vor.
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Abendessen
Tag 2: Die Flusslandschaft von Istán
Kurze Anfahrt in das Hinterland von Marbella. Vorbei am Stausee von Istán erreichen wir unseren Ausganspunkt. Wir durchwandern ein idyllisches Flusstal mit üppiger Vegetation: Oleander, Schilf und spanisches Rohr wachsen entlang der Furten. Immer wieder sind kleine Gärten angelegt. Schließlich steigen wir in das kleine, weiße Dorf Istán auf und finden einen köstlichen kulinarischen Ausklang unserer ersten Wanderung.
Auftieg 150 m
Abstieg 50 m
Wegstrecke 8,1 km
Gehzeit ca. 3,0 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 3: Ronda - die Wiege des Stierkampfes
Das majestätische Ronda erwartet uns heute: Auf der Anfahrt lassen wir den Pass von Refriega hinter uns und erreichen die Ebene zwischen der Sierra de Grazalema und Ronda, in welcher der Rio Guadiaro fließt. Auf einem alten Pflasterweg wandern wir nun in Richtung Ronda. Gewaltig erheben sich die Festungsmauern dieser stolzen Stadt vor uns. Der Aufstieg in das historische Zentrum der Stadt wird belohnt durch eindrucksvolle, enge Gassen. Lohnend wäre auch ein Besuch der Stierkampfarena und der hohen Brücke, die das alte und das neue Ronda miteinander verbindet. Eine gelungene Mischung aus Wandern und Kultur!
Aufstieg 300 m
Abstieg 50 m
Wegstrecke 5,0 km
Gehzeit ca. 1,5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 4: Aussicht auf Gibraltar
Wir fahren in den äußersten Süden Andalusiens. Vorbei an Gibraltar, vorbei an Algeciras erreichen wir ein verstecktes Naturjuwel: den Rio de la Miel. Entlang des Bachlaufes durchstreifen wir zunächst eine urwüchsig anmutende Vegetation: Baumriesen, Farne und die geschliffenen Felsen entlang des Bachbettes. Wie ein Urwald wuchert hier der alte Waldbestand. Nachdem wir das Tal durchschritten haben, steigen wir auf der anderen Seite aufwärts und erreichen schließlich den Sendero de los Prisioneros. Der von Strafgefangenen im spanischen Bürgerkrieg angelegte Weg bietet eine atemberaubende Aussicht auf Algeciras, Gibraltar und den nahen afrikanischen Kontinent.
Aufstieg 450 m
Abstieg 450 m
Wegstrecke 13,0 km
Gehzeit ca. 5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Lunchpaket
Tag 5: Das malerische Casares
Eines der wohl am schönsten gelegene weißen Dörfer Andalusiens ist unser heutiges Ausflugsziel. Das malerische Casares am Fuße der Sierra de Crestellina. Umkreist von Gänsegeiern die hier in großer Zahl vorkommen steigen wir auf zum Refugio de Casares. Von hier aus öffnet sich der Blick über das Dorf bis hinaus in die Ebene. Wir umwandern das Tal und kehren schließlich nach Casares zurück.
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Wegstrecke 9,0 km
Gehzeit ca. 3,0 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 6: Über den Dächern Marbellas
Fahrt in den nahen Parque Natural von Juanar, einem Rückzugsgebiet für Steinböcke, Geier und allerlei andere Vögel. Wir starten unsere Wanderung durch Pinien- und Steineichenwälder, bis sich schließlich die Vegetation lichtet und wir einen traumhaft schönen Panoramapfad erreichen. Immer wieder bieten sich herrliche Ausblicke auf die Küstenlinie und Marbella. Schließlich besteigen wir einen Vorgipfel des Concha, dem Hausberg von Marbella.
Aufstieg 550 m
Abstieg 550 m
Wegstrecke 12,0 km
Gehzeit ca. 5 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 7: Im grünen Flußtal des Rio Genal
Fahrt in die Serranía de Ronda. Wenige Kilometer im Landesinneren, nördlich der höchsten Bergrücken der Sierra Blanca, ändert sich das Landschaftsbild noch einmal. Einzelne weiße Dörfer liegen im satten Grün der Steineichen Wälder. Die Maurenfestung von Gaucín liegt hoch auf dem Hügel am Eingang der Serranía de Ronda. Benaraba ist der Ausganspunkt zum Abstieg in das Tal des Río Genal. Leicht ansteigend folgen wir dann der eindrucksvoll dicht bewachsene, Großteils naturbelassene Flusslandschaft. Der Pfad führt mehrmals über gut ausgebaute Stege an niederen Felswänden entlang. Am Ende der Wanderung landestypische Einkehr. Rückfahrt über das Künstlerdorf Genalgaucil und die Panoramastraße von Los Reales de Sierra Bermeja.
Aufstieg 50 m
Abstieg 370 m
Wegstrecke 7,0 km
Gehzeit ca. 3 h
Ort: Estepona- Playa Guadalobón
Unterkunft: H10 Estepona Palace
Verpflegung: Frühstück, Mittagessen
Tag 8: Abschied nehmen von Andalusien
Glücklich blicken wir auf eine abwechslungsreiche Wanderwoche zurück und freuen uns wieder auf die Heimat.
Verpflegung: Frühstück

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Wie ich Schneeschuhwandern im Corona-Winter für mich neu entdeckte
Erste Erfahrungen mit Schneeschuhen hatte ich in meiner Jugend. In den Sellrainer Bergen machten wir oftmals recht heftige Wintertouren mit Schneereifen, nicht mit heutigen Modellen von Schneeschuhen vergleichbar. Den Rosskogel und die Überschreitung zur Peider Spitze habe ich mit meinen Bergfreunden mehrere Jahre traditionell zu Silvester als mehrtägige Wintertour gemacht.
Nachdem ich jedoch beruflich als Wanderführer und Reiseleiter den Winter zum größten Teil auf den Kanarischen Inseln oder Madeira verbrachte, gerieten die Winterwanderungen für mich in den Hintergrund und beinahe in Vergessenheit.
Bereits 2017 habe ich neue Schneeschuhe erworben und einzelne Wochen im Winter auch Gäste geführt. Im Winter 20/21 bin ich durch die Pandemie bedingten Reisebeschränkungen in die Situation gekommen mich mit dem Schnee erneut auseinander zu setzen.
Mit Wanderkameraden haben ich in diesem Winter mehr als 50 Schneeschuhtouren gemacht, und es hat unheimlich Spaß gemacht.
Die Natur auf diese Weise zu erleben finde ich großartig. Man hat ein natürliches Bewegungstempo und kaum Einschränkungen in der Freiheit die Natur zu genießen. Lifte, Pisten oder Loipen und geräumte Wege sowie Spuren kann man zwar nutzen, jedoch immer wieder verlassen und die unberührte Winterlandschaft erkunden. Natürlich ist ein Respektabstand zu Wildschutzzonen, Aufforstungen einzuhalten und vor allem lawinengefährdete Hänge unbedingt zu meiden. Steilem Gelände oberhalb der Baumgrenze sollte ein Schneeschuhwanderer ohne Lawinenset fernbleiben. Dann ist ein Naturerlebnis bei jeder Witterung stressfrei garantiert.
Der Aufwand und die Voraussetzungen für Schneeschuhwandern sind gering. Bei der Ausrüstung kommt man mit der üblichen Wanderbekleidung aus. Wärmende Funktionswäsche ergänzt eventuell die Bekleidung hervorragend. Mütze und Handschuhe sowie warme Wandersocke gehören unbedingt zur Ausrüstung. Schneeschuhe und Wanderstöcke sind kostengünstig aber auch leihweise zu bekommen. Sogenannte „Grödel“, Spikes für Schuhe sind eine praktische Ergänzung im Rucksack bei Winterwanderungen. Alles in Allem eine kostengünstige Ausrüstung im Vergleich zu sonstigem Wintersport-Equipment.
Die körperlichen Voraussetzungen sind wohl dieselben wie bei Wanderungen. Kondition, Trittsicherheit und dann noch der Umgang mit Stöcken und den Wanderschuhen. Dieser ist mit wenig Übung wohl ganz leicht zu erlernen.
Daher kann ich die vielen Anfragen meiner Gäste „Kann ich auch Schneeschuhwandern?“ mit gutem Gewissen mit „JA“ beantworten. Freude an der Bewegung in der klaren Winterluft ist natürlich Voraussetzung.
Für mich sind die Winterwanderungen mittlerweile ein besonderes Erleben der Natur auch in Zeiten der Pandemie geworden. Eine hervorragende nachhaltige Möglichkeit meiner Leidenschaft nachzukommen.
> Meine Schneeschuhwanderungen
> Anleitung Schneeschuhwandern Video
> Schneeschuhwandern - Winterimpressionen
> explore - Live Cams worldwide
Liebe WanderfreundInnen, planen wir bereits jetzt unsere Wander-Reisen, einige Reiseziele haben noch frei Plätze.
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns auf einer gemeinsamen Reise treffen.
Ab November werden die Termine für 2027 aufgelegt
Termine können sich aus verschiedenen Gründen ändern oder von anderen Guides geführt werden.
Bei Fragen zu meinen Terminen und Wanderungen HIER klicken